Lutherkirchgemeinde Chemnitz-Harthau

Die Lutherkirche Chemnitz-Harthau.

Festschrift zum 100. Kirchweihjubiläum am 24. August 2008

Stefan Thiele, Elke Flemming, Hans-Rudolf Merkel

Inhalt

  • Geleitwort
  • Harthau am Ende des 19. Jahrhunderts
  • Die Baugeschichte der Lutherkirche
    • Der Architekt Paul Lange
    • Suche nach einem Bauplatz
    • Anlage des Friedhofs
    • Vorbereitungen zum Kirchenbau
    • Der Bau wächst
    • Kirchweihe am 24. August 1908
    • Finanzierung des Kirchenbaus
  • Die Ausstattung
    • Bauplastik und Wandmalerei
    • Altar, Kanzel, Taufstein
    • Glasmalereien
    • Orgel, Glocken, Turmuhr
  • Zwischen Wertschätzung und Verfall
    • Kriegsschäden und ihre Folgen
    • Innenrenovierung 1960
  • Zehn Jahre Ungewissheit
  • Die Gesamtinstandsetzung seit 1980
    • Die Außeninstandsetzung
    • Erinnerungen und Eindrücke
      (von Hans-Rudolf Merkel)
    • Restaurierung des Innenraumes
    • Ergänzung des Geläutes
    • Instandsetzung der Orgel
    • Sanierung von Eingangshalle
      und Treppenanlage
    • Restaurierung der Glasmalereien
  • Die Lutherkirche als Mittelpunkt
    der Gemeinde (von Elke Flemming)
  • Quellen, Literatur, Abbildungsnachweis

  Die Lutherkirche
Chemnitz-Harthau

Auszug aus: „Der Bau wächst:
Im April und Mai 1907 wurden die Giebel der Querschiffe sowie über dem Triumphbogen aufgemauert und die anschließenden Dachflächen verschalt. Die Reliefhintergründe an den Querschiffgiebeln wurden von Theodor Stopp vergoldet. Der Kirchenvorstand war guter Hoffnung, den Rohbau noch im laufenden Jahr vollenden zu können. Die Aussichten hierfür standen zunächst nicht schlecht, war doch mit der Vollendung des 25 m hohen Balkenwerks für den Turmhelm am 15. Mai 1907 der wohl komplizierteste Bauabschnitt glücklich vollendet worden. Regen und unbeständige Witterung hatten den ohnehin schwierigen Bau vorher zusätzlich erschwert. Die großartige Zimmermannskonstruktion der beiden Laternen mit den dazwischen eingeschobenen Hauben wurde zunächst ohne Gerüst aufgesetzt. Erst für das Einschalen und die Schieferdeckerarbeiten wurde der Turmhelm mit einer Rüstung umgeben. Für die Schalung war zunächst minderwertiges Holz verwendet worden, so dass das Material auf Langes Anweisung komplett ausgewechselt werden musste. Die Ansprache anlässlich der Richtfeier hielt Pfarrer Martin über den beziehungsreichen Abschnitt aus dem Kolosserbrief 3,2-4:
„Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“

Die Hoffnung auf eine rasche Fertigstellung des Äußeren sollte jedoch bald zunichte gemacht werden, denn seit dem 23. Mai 1907 ruhte der Bau. Zimmerleute und Maurer waren in Lohnstreik getreten, nur die Stukkateure der Chemnitzer Firma Bruno Spieß arbeiteten noch am Gewölbe. Besonders schwierig wurde die Situation deshalb, weil die Arbeiten am Turmmauerwerk im Bereich der Zifferblätter noch nicht vollendet waren. Hier hatten die Ullersdorfer Werke die Lieferung der entsprechenden Ziegel schlichtweg vergessen. Baumeister Wenzel konnte jedoch einen Polier und zwei Hilfskräfte sowie einige Handlangerinnen (!) gewinnen, die gegen einen Aufschlag von 2-3 Pfennig in der Stunde weiter zu arbeiten bereit waren. Allerdings konnten sie am Turm allein nicht weiter arbeiten. Die Lage hatte sich bis Anfang Juni so zugespitzt, dass die Kirchgemeinde etwa 300 Mark als Lohn für die Maurer zuschießen wollte, bis der Turmbau fertig gestellt oder der Streik beendet sein würde. In den folgenden Wochen konnte daher weiter gearbeitet und das Turmmauerwerk vollendet werden. An die zunächst für den 17. Juni ins Auge gefasste Glockenweihe war unter den gegebenen Umständen jedoch nicht mehr zu denken. Die Firma Schilling wurde deshalb gebeten, die fertigen Glocken einstweilen noch auf dem Werksgelände in Apolda zurück zu behalten.“


Die Festschrift kann ab 22. August 2008 bei den Veranstaltungen zum Kirchweihfest oder im Pfarramt erworben werden. Das Heft hat 52 Seiten mit rund 60 Abbildungen, davon 9 in Farbe. Format 17 x 24 cm. Der Preis beträgt 7,-- €.